Die Zeit in Asien ging leider viel zu schnell vorbei, aber ich habe mich doch ziemlich auf ein neues Abenteuer auf einem neuen Kontinent gefreut. Der Weg von Thailand nach Australien führte mich zuerst nach Kuala Lumpur, wo ich für eine Nacht einen kleinen Stopp machte, um mir die Stadt ein wenig anzusehen. Gegenüber den anderen asiatischen Städten die ich bisher gesehen hatte, kam mir KL schon ziemlich europäisch vor, da die Stadt sehr sauber war und viele öffentliche Transportmittel vorhanden waren. Da mein Flieger erst am Abend um 22.40 Uhr den Weg nach Sydney in Angriff nahm, hatte ich den vollen Tag Zeit mich ein wenig durch die Stadt zu kämpfen. Als erstes habe ich mir die Petronas-Tower angeschaut, die von nahem angesehen absolut riesig wirken. In den unteren Stockwerken der beiden Tower, gibt es ein riesiges Einkaufszentrum mit Läden für jeden Geschmack. Nach einer Stunde Irrlaufen durch die Läden, habe ich den Ausgang doch glücklicherweise wieder gefunden, welch ein Traum aller Mädels, doch nicht meiner… Viel mehr habe ich mich dann auch gar nicht angesehen, so hieß es dann ziemlich schnell „Welcome to Australia“.
Die Einreise nach Australien hatte dann ziemlich einfach und schnell funktioniert. Der erste Schock folgte doch bereits am Flughafen, wo ich meinen Durst mal nicht mit einem Bier, sondern mit einer Cola löschen wollte, das mich stolze AUD 3.50 gekostet hatte. Der ganze Preiswahnsinn ging dann für die ersten paar Wochen weiter, in welchen ich fast nichts essen und trinken wollte, da mir nach Asien alles so unglaublich teuer vorkam. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, da die Preise eigentlich schon fast mit der Schweiz zu vergleichen sind. So, nach der kleinen Preislektion bin ich dann doch im Zentrum von Sydney in ein Backpacker Hostel eingezogen. 24 Dollar für ein Bett in einem 6-Bett Zimmer, da wurde mir doch fast übel, da ich in Asien für den halben Preis mein eigenes Zimmer mit Klima und Badezimmer hatte. Jenu, im Nachhinein wurde mir gesagt, dass dieses Hostel eines der günstigsten in Sydney ist, habe ich doch noch Glück gehabt… 😉 In Sydney habe ich das Standard Touristenprogramm durchgeführt und habe mir das Opernhaus, die Harbour Brücke, einige Parks und den Bondi-Beach angeschaut. Die Stadt selber hat bei mir einen ziemlich guten Eindruck hinterlassen, vermutlich werde ich dahin nochmals zurückkehren.
Mit dem Greyhound-Bus habe ich mich über Nacht Richtung Norden aufgemacht und habe in Byron Bay, einem kleinen Surfer-Party-Kiffer-Städtchen am Meer, für 4 Tage in einem Hostel eingecheckt. Das Tagesprogramm sah meistens so aus, da wir am morgen an den Strand gingen und dann so Mitte Nachmittag mit den ersten Kartenspielen anfingen, bei denen es nicht darum ging zu gewinnen, sondern einfach nicht zu verlieren, da man sonst mit einem ziemlich abscheulichen Weisswein hinunterspülen musste. An einem heissen Tag liessen wir uns zu dem nahen Leuchtturm hochchauffieren und haben uns da zum östlichsten Punkt Australiens aufgemacht und sind dann alles wieder am Strand retour gelaufen. Es war insgesamt eine ganz nette Tour, nur weiss ich jetzt noch nicht was dieser östlichste Punkt soll, da wird einfach ein riesen Trallala darum gemacht. Weiter gings am 4. Dezember nach Brisbane, einer Stadt die ein wenig südlich der Mitte der Ostküste Australiens liegt. Eine gemütliche kleine Stadt, in welcher es aber nicht viel zu tun gibt. Die Australische Regierung erstellt für die Bevölkerung ziemlich viele Parks und allerlei Grillplätze, die alle umsonst benutzen können. In Brisbane gab es eine ganz schöne Parkanlage, von welcher man an den Fluss und direkt an die Skyline der Stadt schauen konnte. Es wurden grosse Bäder mit Strand und Wiese und allerlei Palmen gebaut, ein nettes Plätzchen um auszuspannen.
Am nächsten Tag habe ich mich zum Australia Zoo aufgemacht, welcher durch Steve Irwin (Crocodile Hunter ) seinen Namen machte. Der Zoo bietet den Tieren sehr viel Platz und vermittelt den Besucher viele Informationen über die Tiere. Den ganzen Tag durch stehen Vorführungen, insbesondere Fütterungen auf dem Programm. Ich habe mir eine Fütterung der Otter angeschaut, die ja ganz lustige Kerle sind. Als Hauptattraktion des Zoos, findet 2 Mal täglich im eigens dafür gebauten Stadion die Krokodilfütterung statt. Die habe ich mir auch angekuckt, war auch ziemlich unterhaltsam die Krokodile in Action zu sehen, jedoch war mir dies alles ein wenig zu viel Spektakel. Der Tag im Zoo ging dann auch ziemlich schnell um, Kängurus füttern, Koalas beim schlafen zusehen, Tigerhuckepack, usw. Bald ging es dann auch schon wieder zur nächsten Station, dem Saint Tropez der Ostküste. Noosa ist eine kleine Stadt am Meer und grenzt an einen Nationalpark. Am Tag wurde meistens wieder ein wenig gebadet oder im Nationalpark einige Spaziergänge gemacht. Als ich einmal alleine unterwegs war, ist vor mir doch auf einmal eine Meterlange Kamikaze-Kampf-Killer Eidechse über den Weg gelaufen. Erstmals bin ich ziemlich erschrocken, da ich noch fast auf diese draufgestanden wäre, aber als diese gemütlich das weite suchte, da die Echse gegen mich ja sowieso Null Chance gehabt hätte, konnte ich dann einige Schnappschüsse machen. Viel mehr lief dann auch nicht mehr in Noosa, das Kartenspielen und Biertrinken kennt ihr ja schon… 😉
Am 9. Dezember bin ich für 3 Tage mit einer Tour auf die groesste Sandinsel der Welt gefahren, Fraser Islands. Wir wurden in Noosa mit einem Allrad-Bus abgeholt und sind dann nach 2 Stunden fahrt durch einen Nationalpark an den Hafen für die Verschiffung nach Fraser angekommen. Hafen ist eigentlich ein falsches Wort, wir mit unserem Bus aus dem Wald an einen Strand gefahren und sind da direkt auf die eine Fähre gefahren, die auf uns gewartet hatte. Auf Fraser gibt es keine gebauten Strassen, die bestehen da nur aus Sand, deshalb dürfen auch nur 4WD Autos da herumkurven. Wir hatten eine sehr lustige 16 köpfige Gruppe zusammen und so gingen die Tage und Abende sehr schnell vorbei. Übernachtet haben wir jeweils in einem kleinen Häuschen mit Zimmern, welches mit Küche und einem Beachhouse mit Billardtisch und Musikanlage ausgestattet war. Da eigentlich auf Fraser selber nicht viel los ist, haben wir uns vor der Fahrt schon mit Bier eingedeckt und hatten zusammen ziemlich lustige Abende verbracht, vor allem da mehr als die halbe Truppe aus Deutschland oder der Schweiz stammte. Die Trips während den Tagen führten uns zu diversen Seen, welche aus verschiedenen Gründen rot, grün und glasklar sind. Die Tour ging leider viel zu schnell vorbei und so hiess es dann mal wieder Abschied zu sagen zu ziemlich netten Leuten.
Für mich gings weiter nördlich nach Airlie Beach. Airlie hat selber nicht viel zu bieten, jedoch gelangt man von da auf die Whitsunday Inseln, die jährlich abertausende von Besuchern anziehen. Die meisten jungen Leute gehen für mehrere Tage auf ein Boot, ich hatte aber irgendwie keine Lust schon wieder eine Tour zu machen, so entschied ich mir für eine Tagestour. Wir gingen mit einem Katamaran raus und fuhren durch die Inseln. Für mich war das ganze ziemlich enttäuschend, da ich mir alles viel spektakulärer vorgestellt hatte. Egal, wir wurden auf dem Boot dafür mit sehr delikatem Essen verwöhnt und ausserdem gab es Freibier, da läuft einem wie mir das Wasser im Mund zusammen… 🙂 Ich blieb dann noch einige Tage länger in Airlie und habe mich mal wieder ein wenig von den ganzen Reisestrapazen erholt. An einem Morgen ging ich noch eine Ostschweizerin von der Bushaltestelle abholen, welche ich einige Tage zuvor in einem Bus getroffen hatte. Lustigerweise hatte sie 3 andere Schweizer im Gepäck, 2 davon hatte ich auch schon in Noosa getroffen. Wir hatten dann alle noch einen lustigen kurzen Tag zusammen, da 2 von diesen noch am gleichen Tag segeln gingen. Ich bin an diesem das erste Mal seit ich in Airlie war ein wenig aus dem Zentrum herausgekommen, da wir die beiden an den Hafen begleitet und uns da verabschiedet haben.
Ich zog dann am gleichen Abend mit dem Bus los nach Cairns, wo ich um 6 Uhr morgens angekommen bin. Ich nahm mir direkt ein Taxi zum Flughafen, da ich einen Flug in Zentrum Australiens gebucht hatte um mal ein wenig dem Strandleben zu entfliehen. In Alice Springs aus dem Flugzeug ausgestiegen, traf mich erst mal der Schlag, trockene 39 Grad haben uns da in Empfang genommen, aber immer noch besser als -5 wie in der Schweiz… 😉 Nach einer Nacht in der Stadt, ging ich für 3 Tage auf eine Tour ins Outback. Die Strecken, die wir in den 3 Tagen mit unserem Bus hingelegt haben sind gigantisch, wir hätten die Schweiz wahrscheinlich 2-mal umrunden können. Am ersten Tag sind wir zuerst mal 4 Stunden zu unserem Camp gefahren und hatten da Lunch. Weiter gings mit dem Bus für eine Stunde zu den Kata Tjutas, eine Gruppe von Inselbergen. Wir marschierten da 2 Stunden herum und machten uns auf den Weg für den Sonnenuntergang beim Uluru, dem sehr bekannten heiligen Sandsteinbgerg der Aborigines. Leider hat es nicht so hingehauen, da die Sonne von Wolken verdeckt war und somit der Effekt ausblieb. Zurück gings zum Camp, wo wir (oder besser gesagt die Frauen) das Abendessen zubereiteten und uns ein wenig unterhalten haben. Nach dem Essen haben wir schon bald unsere Betten für die Nacht eingerichtet, das waren sowas wie Matten mit einer Plastikhülle, die eigentlich ganz bequem waren. Die meisten gingen leider ziemlich früh schlafen, so musste ich dann als letzter auch schon bald mal Richtung Schlafstelle ziehen. Draussen zu schlafen war dann ein absolutes Highlight. Da es da am A**** der Welt in der Nacht keine Lichter rundherum gibt, liegt man unter einem solch klaren Sternenhimmel, wie ich ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Nach langer Zeit unter den Sternen überholte mich jedoch die Müdigkeit und so wurde ich dann auch schon bald um 3.45 Uhr in der Nacht aus meinen Träumen gerissen. Duschen, Frühstück und schon ging es zurück zum Uluru, jedoch für den Sonnenaufgang. Dieser war dann sehr schön anzusehen, da zuerst nur der Hügel vom Licht beleuchtet wurde. Als das Spektakel dann vorüber war, liefen wir einmal um den Hügel herum was circa 10.4 km entsprach.
Weiter fuhren wir zu unserem neuen Camp, welches in der nähe des Kings Canyon war. Auf dem Weg dahin suchten wir Feuerholz, um am Abend ein grosses Feuer zu machen. Im Camp ging es dann wieder ans Kochen (Frauensache). Ich habe mich gemeldet, das schwierige Amt als Feuermacher zu übernehmen. 🙂 Als nach 2 Stunden das Feuerholz schon bald zu neige ging, machte ich mich alleine im Dunkeln auf in Outback um was Geeignetes zu finden. Ausser einem Dingo und ein paar Ästchen habe ich nichts gefunden, so habe ich begonnen die anderen Camps zu bestehlen, was in unserer Truppe immer wieder Gelächter auslöste, als ich wieder mit Holz in unser Camp zurückkam. Am dritten und letzten Tag machten wir eine Wanderung am Kings Canyon, welcher für mich jedoch auch ein wenig enttäuschend war. Die Wanderung selbst war jedoch noch ziemlich schön, doch die meisten waren froh als wir gegen Mittag wegen der Hitze wieder unten am Bus waren und uns auf den Weg zurück nach Alice Springs machten. Nach der Tour wurde ich ziemlich krank und lag mit 38.7 Grad Fieber im Bett und hatte ziemliche Hals- und Ohrenschmerzen. Da ich keinen Doktor aufsuchen wollte, war ich doch das erste Mal froh eine solch grosse Medikamentenauswahl dabei zu haben. Nach ein paar Antibiotika gingen das Fieber und auch die groessten Schmerzen wieder weg, aber es macht immer noch keinen Spass was zu essen oder zu trinken, da es ziemlich schmerzt in den Ohren wenn ich was herunterschlucke. Ja das gibt’s auch mal, nun bin ich in Adelaide, im Süden von Australien und werde schon bald Richtung Melbourne und Tasmanien ziehen, hoffentlich wieder fit und munter.
Die Fotos sind leider nicht in der richtigen Reihenfolge, doch nach fast 3 Stunden Arbeit an diesem Blog mag ich jetzt wirklich nicht mehr, geht ja auch so.







































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